Midanand Redn

von Rudi Friedrich (Kommentare: 0)

Kommunaler Stammtisch der UB

Fast 50 interessierte Pockinger Bürger fanden sich am Freitag Abend im Gasthof Pockinger Hof ein um sich auf Einladung der Unabhängigen Bürger Pocking (UB) unter dem Motto: „midanand redn“ zum Thema Innenstadt auszutauschen.

Nach kurzer Begrüssung durch die erste Vorsitzende der UB Marion Günzel und des Initiators des Abends Rudi Friedrich, der in der Folge den Abend auch moderierte trat man in die Diskussion ein.

Sehr schnell wurde klar, daß kaum einer der Anwesenden wirklich der Ansicht war das Gewerbegebiet Süd sei schädlich für Pockings Innenstadt. Gefordert wurde lediglich eine Rücksichtnahme bei der Ansiedlung von Filialisten, die dem derzeit noch in der Innenstadt befindlichen Sortiment das Wasser abgraben könnten. Hier führte Simone Privo ein Beispiel der Stadt Deggendorf an, die so eine Ansiedlung wohl vermeiden konnte und forderte mehr Regulierung des Angebots durch die Stadt.

Hubert Gerauer (Stadtrat) verwies auf die Größe des Einzugsgebietes der Stadt Pocking und rechtfertigte damit die Größe des Gewerbegebiets im Süden.

Pocking sei ein „krasses Beispiel für die Fehlentwicklungen in der Stadtplanung“ wusste Franz Baier von einem Regierungsdirektor aus Oberbayern zu berichten, der, in München lebend, ab und an seine alte Heimat besuche. Wie schon in seinem Leserbrief geäussert trat Herr Baier dafür ein, daß die Stadt Immobilien wie das Rottkaufhaus erwerben und an Investoren verkaufen solle. 

Christian Plach Stadtrat / Bauausschuss) merkte in diesem Zusammenhang an, daß die Stadt ohnehin in dieser Richtung tätig sei - nicht speziell das Rottkaufhaus betreffend - jedoch die Stadt bestenfalls Planer niemals aber Investor sein könne.

Thomas Gimpl brachte zum einen die Frage nach der Optik vieler Immobilien und des innerstädtischen Umfeldes, sowie das Wohnen in der Innenstadt in die Diskussion ein.

Wolfgang Wenig (Stadtrat / Bauausschuss), zeigte auf dass einige Projekte der Stadt ja am laufen seien, wie die Stadtplatzerneuerung / Sanierung solche Vorhaben ob ihrer Komplexität aber nur mittel- bis langfristig greifen.

Ein aktives Leerstandsmanagement forderte Klaus Fiola.

Ein weiterer Gast forderte als passionierter Radlfahrer und Zufußgeher, dass der Schwerlastverkehr aus der Stadt (Klosterstraße!!) rausgehalten werden solle - er verwies auf Beispiele aus Eggenfelden und Pfarrkirchen, die dies mit Hilfe einer Stadtentwicklungsplanung geschafft hätten.

Kurzfristig einen Frequenzbringer forderte Sabine Beham für die Passauer Straße, den zu finden eine Aufgabe für einen zu installierenden Innenstadtmanager sei.
Hans-Peter Lebmann betonte die Wichtigkeit des Südens für die Einkaufsstadt Pocking forderte aber zugunsten eines besseren Verkehrsflusses die Öffnung der Passauer Str. unter Beibehaltung der Verkehrsberuhigung vom Rottkaufhaus als Einbahn Richtung Modehaus Ragaller.

Ebenfalls für eine LKW freie Klosterstrasse machte sich Karl-Heinz Gruber stark, die nach seiner Ansicht durch entsprechende Durchfahrtsbeschränkungen auch ohne Westumfahrung erreichbar sei.

Den allgemeinen Wunsch nach einer größeren Vielfalt an gastronomischem Angebot für die unterschiedlichen Zielgruppen brachte Vanessa Wiesner zu Gehör. 

Daniela Günzel dagegen nahm die Einzelhändler in die Pflicht und forderte sie auf doch etwas mehr auf Freundlichkeit und Service ihrer Mitarbeiter zu achten. Ein kurzes „Hamma ned“ nach dem etwas ausgefallenem Wunsch eines Kunden sei kein Beispiel für Kundenfreundlichkeit .

Nach gut zweistündiger Diskussion konnte man dann als Ergebnis des Abends festhalten, daß unbedingt eine bessere Kommunikation der Stadt mit Gewerbetreibenden und Bürgern notwendig ist. Die Stadt soll doch durchaus darüber informieren wenn Dinge auf den Weg gebracht werden und nicht den Eindruck erwecken nach dem Anstoß eines Projektes wäre jahrelang Stillstand oder diese bereits eingeschlafen. Neben der Berichterstattung in der Presse (PNP) die hier auch engagierter und vielleicht unbequemer sein könnte, wäre der DIALOG der Stadt ein geeignetes Medium um immer wieder über den Fortgang und die Entwicklung diverser städtischer Vorhaben zu berichten. Die anwesenden Stadträte wollen diese Anregung aufnehmen.

Ein weitere immer wieder auftauchende Forderung war die nach einem Leerstands-, Innenstadt-, City- oder wie auch immer Manager. Gedacht wird hierbei an eine Art „Kümmerer“, der nicht zwischen Aktendeckeln seinen Job macht sondern rausgeht zu den Vermietern und Geschäftstreibenden, Interessen zusammenbringt Ideen anschiebt und so eine Chancenangleichung zwischen inhabergeführtem Einzelhandel und Centermanagern herstellt.

Als Sofortmaßnahme wären ein paar kosmetische Änderungen schon ein erstes Zeichen, daß man nicht ganz vergessen wurde, meinte schließlich Evi Dobler und zeigte ein Bild eines Blumenkastens aus der Passauer Straße und zum Vergleich wie so etwas in Rotthalmünster aussieht. Pocking schnitt schlecht ab. 

In das gleiche Horn stieß Hubert Gerauer (Stadtrat) mit einem langen Katalog der von freiem WLAN über ein öffentliches WC bis zu bunt angemalten Stromkästen reichte.

Nach einer weiteren knappen Stunde freier Debatten an den einzelnen Tischen löste sich die Versammlung auf. Das „midanand redn“ wurde durchweg gelobt und nach einer Wiederholung bzw. Fortführung gefragt, die es sicher, auch zu anderen Themen, geben wird.

 

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