So wählen Sie richtig!

Nicht unkompliziert ist das Wahlsystem zur Kommunalwahl und da man es nur alle 6 Jahre braucht, sollte man sich etwas damit beschäftigen bevor man Möglichkeiten vergibt

Wer am 15. März 2020 in der Wahlkabine steht, wird möglicherweise seine Schwierigkeiten haben, seine Stimmen dort abzugeben, wo er sie eigentlich wissen will. Wir wollen Ihnen daher an Beispielen die einzelnen Möglichkeiten aufzeigen.

Für den Pockinger Stadtrat sind 24 Sitze zu vergeben. Aus diesem Grunde hat auch jeder Wähler 24 Stimmen. Das bayerische Wahlsystem zeichnet sich dadurch aus, dass man diese Stimmen nicht einzeln vergeben muss, sondern dass man einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen zukommen lassen kann.

Dies nennt man Kumulieren oder Häufeln. Man muss also nicht 24 mal eine Stimme geben, sondern kann acht mal drei oder zwölf mal zwei oder irgend eine andere Kombination hieraus wählen. Insgesamt dürfen es nicht mehr als 24 Stimmen sein.

Sollten SIe aus Versehen mehr vergeben, ist der gesamte Stimmzettel ungültig.

Wem das zuviel zu rechnen ist, der kann auch einer Liste, die ihm besonders gut gefällt, beispielsweise dem Wahlvorschlag  Unabhängige Bürger, durch ein Kreuz im Kopfbalken des Wahlscheines eine Listenstimme geben. Es erhalten dann alle Kandidaten der Unabhängigen Bürger eine Stimme.

Auch wenn man ein Listenkreuz macht, kann man immer noch häufeln. Wer den Wahlvorschlag UB gut findet, aber einzelne Kandidaten noch besonders unterstützen möchte, macht im Kopfbalken sein Listenkreuz und bei seinen Favoriten eine zwei oder drei. Die somit zuviel vergebenen Stimmen werden bei den letzten Kandidaten des Wahlvorschlages abgezogen.

Schließlich ist man bei der Wahl nicht auf eine Liste festgelegt. Man kann also seine 24 Stimmen auf alle Wahlvorschläge verteilen. Dies nennt man Panaschieren.

Selbst wenn man schon eine Listenstimme vergeben hat, kann man noch auf anderen Listen Stimmen verteilen.

Die zuviel vergebenen Stimmen werden wiederum am Ende des Wahlvorschlages mit der Listenstimme abgezogen.

Für die Ermittlung, wer nach der Wahl in den Stadtrat einziehen darf, werden alle Stimmen der einzelnen Listen zusammengezählt.

Aufgrund der beschriebenen Gestaltungsmöglichkeiten dauert dies verhältnismäßig lange. Die Sitzverteilung erfolgt diesemal erstmals nach der sogenannten Sainte-Laguё/Schepers-Methode, die auch bei der Sitzverteilung von Bindestagswahlen Anwendung findet..  
Das Mandat erhalten die Kandidaten der jeweiligen Liste, die die meisten Stimmen gesammelt haben. Es kann durchaus ein Bewerber von den hinteren Rängen ganz nach vorne gewählt werden, was praktisch bei jeder Kommunalwahl vorkommt und zu Überraschungen (und langen Gesichtern) führt. Sie, als Wähler, können sich somit Ihre Kandidaten selbst aussuchen, und sind nicht an die Vorgaben des Wahlvorschlages gebunden.

Wenn Sie Franz Krah und die Unabhängigen Bürger unterstützen möchten, geben Sie uns am besten eine Listenstimme. Denn nicht die Stimmen der einzelnen Kandidaten, sondern das Gesamtergebnis der Liste entscheidet über den Einzug in den Stadtrat.